Kuhschule - Ausbildung von Reit-,  Zug-, und Showrindern
Idee:


Hinter der Kuhschule verbirgt sich zum einen eine Leidenschaft und zum anderen eine einfache Idee:

Ein Kalb, das etwas kann, wird nicht geschlachtet.
Es kann sich selbst finanzieren. Es wird vermittelbar. Es erhält einen Wert.


Rinder sind wunderbare Tiere. Sie sind verschmust und anhänglich, witzig und charmant, treu und eigensinnig. Sie sind überaus vielseitig, neugierig und intelligent.
Ich mag ihr selbstbewußtes Auftreten, ihre Solidarität, ihre Kraft und Kampfbereitschaft, ihre Ruhe, ihren Mut, ihre Verspieltheit, ihren Geruch, ihre Sanftheit, ihre Verfressenheit, ihre Lebensfreude.
Ich mag es, wie sie Mittagspause machen. Wie sie auf ihre Freunde warten. Wie sie nacheinander Ausschau halten und aufeinander achten. Wie sie mit geschlossenen Augen kauen und mit geschlossenen Augen kämpfen. Wie sie zum Rückenkratzen auffordern und mit gestrecktem Hals  genießen. Wie sie sabbern und schmatzen. Wie sie sich verbiegen, um mir zu zeigen, wo es sie juckt. Wie sie bis zur Heiserkeit schreien, wenn sie jemanden vermissen.
Ich lerne viel von ihnen. Ich gehe gerne in ihre Schule.


Kurz: Ich bin gerne mit Rindern zusammen. Die Kuhschule ist das Ergebnis davon.


Geschichte:

Die Kuhschule zur Ausbildung von Reit-, Zug- und Showrindern wurde 2008 gegründet. Grund: Ich hatte mich in eine ganze Gruppe Schlachtkälber verliebt. Durch ihre Ausbildung ist es mir damals gelungen, alle acht Tiere zu vermitteln. Da sich Rinder sehr auf ihre Bezugsperson prägen, bin ich inzwischen dazu übergegangen, weniger Tiere selbst anzulernen und stattdessen mehr Menschen bei der Ausbildung eigener Tiere zu unterstützen. 


Struktur:

Die Kuhschule ist als eigenständiges kleines Unternehmen dem Stockengut (www.stockengut.ch) angegliedert. Sie muß sich selbst finanzieren und wird nicht von der Gemeinde unterstützt. Momentan besitze ich sechs Tiere, die als Pensionäre auf dem Stockengut untergebracht sind. Lilian besitzt Kuh Olessa. Die übrigen Tiere, mit denen wir arbeiten und üben, gehören dem Stockengut.



Zielsetzungen:


Die Kuhschule widmet sich in erster Linie folgenden Zielsetzungen:


1. der Ausbildung und Vermittlung von Rindern

2. dem Erhalt und der Weitergabe von Wissen

3. dem Austausch und der Vernetzung

4. der Verbreitung von Bildern und der Verschiebung von Begriffen


zu 1:
Rinder sind vielseitige Tiere, die weit mehr können als Milch geben oder Wurst sein.
Je nach Rasse, Geschlecht und Charakter kann man sie zu Reit-, Zug-, oder Showtieren ausbilden. Sie können Kinder spazieren tragen, Wagen ziehen, Treppen steigen, Tricks lernen. Sei es beim Einsatz in der Landwirtschaft, in der Film-, Werbe- und Unterhaltungsbranche oder in der tiergestützten Therapie. Es gibt fast nichts, was eine Kuh nicht kann! 
Die Tiere, die momentan in die Kuhschule gehen, sind allesamt ehemalige Schlachtkälber.

zu 2:
Kaum ein Tier ist kulturgeschichtlich so eng mit unserer Kultur verbunden wie das Rind. Und kaum eines ist so in Vergessenheit geraten. Felszeichnungen deuten darauf hin, dass das Rind möglicherweise das erste Reittier des Menschen überhaupt war. Ausgrabungsfunde belegen, dass es den Menschen bereits seit Jahrtausenden als Zug- Trag- und Arbeitstier begleitet. Allein in Deutschland gab es einmal über 2.5 Millionen Arbeitskühe. Weltweit betrachtet, ist das Rind nach wie vor die Nummer eins unter den Arbeitstieren. Innerhalb kürzester Zeit ist jedoch in unseren Regionen das Wissen um die Ausbildung und Arbeit mit Rindern nahezu vollständig in Vergessenheit geraten. Die Arbeitskuh ist aus dem kollektiven Gedächtnis verschwunden. Die Kuhschule bemüht sich, die vielseitigen Talente des Rindes wieder sichtbar zu machen. Menschen, die sich für die Arbeit mit Rindern interessieren, können hier etwas über deren Ausbildung erfahren.
Aber auch diejenigen, die sich ganz allgemein für die Verhaltensweisen von Rindern, ihre Körpersprache, oder ihre faszinierende Sozialstruktur interessieren, sind herzlich zur Teilnahme an Trainingsstunden oder zu einem Besuch in der Herde eingeladen!

zu 3:
Überall auf der Welt arbeiten Menschen auf die unterschiedlichste Weise mit Rindern. Vereinzelt haben sie sich in Arbeitsgruppen organisiert.
Das Internet bietet die einzigartige Möglichkeit, auch über große Entfernungen hinweg miteinander in Kontakt zu treten und voneinander zu lernen. Es ist ein Anliegen der Kuhschule, Wissen zusammenzutragen, Kontakte zu pflegen und zu vermitteln.
Auf dem Stundenplan stehen demnach auch: Lesen, Schreiben, Wandertag!

Zentrale Kontakte sind u.a. die Arbeitsgruppe Rinderanspannung aus Deutschland, die um Philippe Kuhlmann organisierten Ochsenfahrer aus Frankreich sowie die MidWest Ox Drovers Association (MODA) aus den USA. 

www.zugrinder.de
www.draftanimalpower.de

zu 4:
Bilder und Begriffe erzeugen Wirklichkeiten. Unser Bild vom Nutztier, die Art, wie wir von Schweinen, Hühnern, Kühen... sprechen und denken, hat direkte Auswirkungen auf die Art des Zusammenlebens von Mensch und Tier.

Das Bild und der Begriff von der dummen, blinden, fetten und faulen Kuh steht auf wackligen Klauen. Die Kuh selbst kann ihn im Schlaf umschubsen! Man muss nur die Anbindekette losmachen, dann kümmert sie sich selbst darum! Käfig auf, Manege frei!
Hinter jeder Ohrmarke steckt ein Charakter!
In der Kuhschule gehört die Bühne den Rindern. Hier können sie, stellvertretend für ihre Gattung, zeigen was in ihnen steckt!
















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